Die Romantik des Rheins

Der Begriff der Rheinromantik wurde geprägt im 19. Jahrhundert.
Im Jahre 1860 wurden die rechts- und linksrheinischen Bahnlinien gebaut bzw. fertiggestellt. Damit war es erstmals möglich, auf bequem Weise, das Rheintal an seinen dramatischen Stellen zu durchqueren.

Englische Lords durchquerten das Rheintal auf dem Wege in den Orient, oder zum Wintersport in die Schweiz. Als entsprechende Zeitungsartikel in englischen Zeitungen erschienen, wurden die deutschen Dichter und Denker auf die Naturschönheiten aufmerksam und bereisten und erwanderten die Landschaft. Clemens von Brentano, ein Dichter der deutschen Romantik, sollen auf dem „Spitzen Stein“, mit Blick auf die Loreley und die Burg Katz, die nachfolgende Zeilen eingefallen sein.

Die einheimischen Bewohner des Rheintales waren zunächst etwas verwundert über diese Aufmerksamkeit. Waren doch die umgebenden Mittelgebirge, Taunus und Hunsrück, eher arme Gegenden. Die Schifffahrt auf dem Rhein war zu dieser Zeit mühselig und gefährlich Durchgehende Straßen, auf der rechten und linken Rheinseite waren, wenn überhaupt, nur teilweise vorhanden. Dazu kamen mehrfach jährlich Hochwasser und Eisgänge.

Mit Beginn der Industrialisierung, dem Bau der Bahnlinien mit insgesamt 4 Gleisen, veränderte sich das Leben im Mittelrheintal schlagartig. Wein- und Sektkellereien, Hotels aus dieser Zeit sind die sichtbaren Zeugen dieser Veränderung.

Romantische Sonnenuntergänge untermalen den Spirit des Rheintals

Vollziehen Sie nach, warum zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Region des Mittelrhein eine der beliebtesten Ausflugsziele in Mitteleuropa war und der Begriff der Rheinromantik geprägt wurde, was Heinrich Heine 1824 dazu bewog, seine berühmten Verse des Liedes der Loreley zu verfassen. Diese Verse von Heinrich Heine wurden 1837 von Friedrich Silcher vertont. Clemens von Brentano wurde 1846/47 von dieser herrlichen, dramatischen Landschaft zu seinem „Rheinmärchen“ inspiriert.

Nun gute Nacht! mein Leben,
Du alter, treuer Rhein.
Deine Wellen schweben
Klar im Sternenschein;
Die Welt ist rings entschlafen,
Es singt den Wolkenschafen
Der Mond ein Lied.
Clemens v. Brentano, aus dem Rheinmärchen
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